Die dritte Art von Kunstdokumentationen, nach Foto und Film, behandelt die schriftliche Dokumentation. Anstelle der schriftlichen Dokumentation über ein Kunstwerk, habe ich mich für eine Kolumne von Candida Höfer aus dem Jahre 2007 entschieden. Erschiene ist diese auf der Seite der WirtschaftsWoche:
http://www.wiwo.de/lifestyle/schlichte-schoenheit-250938/
Warum Candida Höfer eine Kolumne in der WirtschaftsWoche erhält, sei mal ausser Frage gestellt. Die Kolumne trägt den Titel “Schlichte Schönheit” und ist jetzt nicht unbedingt eine Textdokumentation über ein Kunstwerk, sondern über die Arbeitsweise von Candida Höfer. Was aber im Endeffekt viel über ihre gesamten Kunstwerke, in diesem Fall Fotografien, aussagen kann.
Letztes Semester musste ich einen Vortrag über die Arbeitsweise von Candida Höfer bzw. ihre Arbeiten halten und war recht froh im ganzen Wirrwarr der verschiedensten Auslegungen ihrer Arbeit, sei es kunstgeschichtlicher Natur oder sonstiger, ein einfaches und ehrliches “So arbeite ich!” von der Künstlerin selbst zu lesen.
Sie beschreibt in dieser Kolumne unter anderem wie sie zu den Objekten oder in Höfer`s Fall Räumen kommt, die sie schliesslich fotografiert. Betrachtet man Fotografien von Höfer, meist öffentlich zugängliche Innenräume und fast immer menschenleer, fällt einem die Präzision auf mit dem diese Räume und zwar jedes Detail fotografiert wurde. Über diese Punkte wurde schon viel geschrieben und diskutiert, was aber Candida Höfer selbst dazu sagt, ist mir weitaus klarer und verständlicher als alles andere:
“Es sind die wiederkehrenden Strukturen, die Linien, der Lichteinfall in diesen Szenerien, auf die es mir ankommt. Auf Menschen verzichte ich, ich will ihnen nicht zu nahe treten. Was die Räume für sie sind, wird ohne sie ohnehin sichtbarer.”
Kommen wir als Letztes zu meinem Lieblingssatz aus dieser Kolumne: “Da kann ich während der zum Teil sehr langen Belichtungszeiten schon mal einen Kaffee trinken gehen.” Dabei konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.
Meiner Meinung nach sollten Texte über Kunstwerke einem die Möglichkeit geben, das ganze einfach ein bisschen besser zu verstehen und einem die Sache näherbringen. Anstatt für Verwirrung durch überzogene Wortwahl und sonstige Stolpersteine zu sorgen. Texte sind doch dazu geschrieben gelesen zu werden, warum nicht ein bisschen Freude dabei haben.